Wenn Sylvester das Wesen eines Hundes beeinträchtigt

Schon ein bis zwei Tage vor Silvester werden oft illegal Böller und Raketen gezündet. Für Hunde ist diese Zeit meist unerträglich. Hunde haben ein wesentlich besseres Gehör und nehmen die Geräusche viel lauter und intensiver wahr. Explodiert ein Böller, erschreckt sich der Mensch und das plötzliche laute Geräusch jagt dem Menschen Furcht ein, der damit verbundene Knall ist eher der Auslöser des Schreckmoments.

Im Gegensatz zu vielen Menschen reagiert der Hund auf jeden explodierenden Böller ängstlich und lauert immer darauf, ob noch ein Knall kommt. Eine typische Reaktion des Hundes ist, sich nach dem ersten Knall eines Böllers zu verkriechen. Doch Hunde leiden nicht nur unter dem lauten Knall, sondern für Hunde sind diese Tage regelrechter psychischer Stress.

Wie erkennt der Hundebesitzer sofort, wenn der Hund Angst hat

Durch das gute Gehör des Hundes nimmt der Hund den Knall eher wahr, als der Mensch. Ist ein Knall für den Menschen gar nicht oder nur leise hörbar, kann er beim Hund schon innere Unruhe auslösen. Nicht selten ist es sogar, dass ein Hund sichtbar anfängt zu zittern. Will ein Hund dann nicht mehr zum „Gassi gehen“ raus, muss der Hundebesitzer erste Maßnahmen ergreifen. Nicht selten teilt sich ein Hund sein Essen und Trinken um den Jahreswechsel selbst ein. Für den Hundebesitzer kann das Tier durch die Appetitlosigkeit krank wirken, denn im Normalfall frisst ein Hund immer. Des Weiteren passiert es nicht selten, dass ein Hund in dieser Zeit verschmuster und anhänglicher ist. So sucht der Hund Schutz beim Herrchen, der einige Maßnahmen zum Schutz des Hundes bieten kann.

Was kann ein Hundebesitzer tun, damit der Hund die Zeit des Jahreswechsels gut übersteht?

Eine erste Maßnahme ist, mit dem Hund im Hellen „Gassi gehen“. Bei den Spaziergängen Wege wählen, die ruhiger gelegen sind. Gegebenenfalls mit dem Auto zum Wald fahren und dort mit dem Hund einen ausgiebigen Spaziergang machen. Den abendlichen Spaziergang so kurz wie möglich und nötig halten. Kleine Hunde, die abends nicht raus wollen, nur bis zur nächsten Häuserecke tragen. Angstbesessene Hunde drehen sofort wieder um, jedoch machen sie meist auf dem kurzen Stück noch ihr „Geschäftchen“.

Ist der Hund Zuhause, sollten die Fenster zum Lüften in den frühen Morgenstunden geöffnet werden. Morgens werden nicht so viele Böller gezündet wie abends. Nach dem Lüften die Fenster wieder schließen, so wird für den Hund der Geräuschpegel reduziert. Das Hundekörbchen oder die Hundedecke liegt am besten in dem Zimmer, in dem es am ruhigsten ist. Doch die Charaktere eines jeden Hundes sind anders, manche Hunde halten sich lieber in dem Zimmer auf, in dem seine Herrchen sind. Silvester, sowie die Tage davor und danach sind Ausnahmesituationen, in denen der Hundebesitzer anders reagieren muss, als im übrigen Jahr. Denn hat der Hund psychischen Stress, kann dieser unterschiedliche Krankheitssymptome hervorrufen. Diese können sich darin äußern, dass der Hund vermehrt seine Pfötchen leckt, sich kratzt oder vor sich hin winselt.

Als letzte Maßnahme müssen dem Hund vor und nach dem Jahreswechsel Medikamente verabreicht werden. Bei Medikamentenvergabe sollte vorweg der Tierarzt befragt werden. Es gibt Mittel auf pflanzlicher Basis, die beruhigend auf dem Hund wirken. Jedoch wirkt kein Medikament von jetzt auf gleich, meist müssen diese Mittel fünf bis zehn Tage vor Silvester täglich verabreicht werden. Es gibt Medikamente zur Beruhigung des Hundes die basieren auf Nahrungsergänzungsmittel und können dem Hund unbedenklich gegeben werden. Bei diesen Medikamenten ist keine Altersgrenze des Hundes gesetzt, verträgt der Hund sie, können sie verabreicht werden.

Wenn die Knallerei vorbei ist

Hundebesitzer haben oft drei bis fünf Tage vor Silvester und ein bis vier Tage nach dem Jahreswechsel einen veränderten Hund. In dieser Zeit sollten auch die Beruhigungsmittel gegeben werden. Nahrungsergänzungsmittel, die beruhigend wirken, können jederzeit abgesetzt werden. Ist der Jahreswechsel vorbei und draußen ist kein Knall mehr zu hören, dann kehrt der Hund in sein bekanntes Verhaltensmuster zurück. Nur wenigen Hunden macht die Knallerei an Silvester nichts aus. Dabei handelt es sich vorwiegend um Hunde, mit denen die Schussfestigkeit trainiert wurde, wie bei Hunden von Jägern. Doch bei vielen Hunden fängt die Angst mit dem älter werden an. Junge Hunde reagieren oft noch anders auf Silvester und die Knallerei, als ältere Hunde. Jedoch kann es sein, dass einem Hund der Knall von Böllern nichts aus macht und der Hund mit dem dritten, vierten oder fünften Lebensjahr auf einmal panische Angst bekommt. Ein Hund ist ein Lebewesen und die Angst kann wie beim Menschen jederzeit kommen.